Internationales SWISS Panflötenseminar
Für alle Panflötenspieler die Freude am musizieren haben und immer offen für Neues sind. In familiärer Atmosphäre mit Gleichgesinnten Panflötespielen. Sowohl Anfänger als auch versierte Spieler können von Virtuosen profitieren.
Das Unterland war beim Heimspiel im Unterland klar in der Unterzahl: Einer hatte von Dielsdorf den Weg nach Rümlang gefunden, eine von Bülach, die übrigen 18 Teilnehmerinnen und Teilnehmer an Michael Dinners drittem Panflötenseminar kamen vom Bodensee bis zum Baselbiet angereist, aus der Innerschweiz und einer gar aus dem bayerischen Bad Alexander.

Michael Dinner, Damian Luca und Dan Herford (v.l.n.r)
Die Flötistinnen und Flötisten decken ein in mancher Hinsicht entsprechend breites Spektrum ab: In Sachen Virtuosität bewegen sie sich zwischen Anfänger mit einem Jahr Spielpraxis bis zu Fortgeschritten. Altersmässig reicht es von der Musikschülerin bis zum Pensionär, beruflich geben sich Veterinär und Schreiner, Hausfrau und Wirtin ein flötendes Stelldichein. Nur Hirten haben sich keine eingefunden, die vor Jahrtausenden schon als die eigentlichen Virtuosen galten und deren Gott der griechischen Mythologie, Pan, dem Instrument seinen Namen gegeben hat.

Damit ist die Vielfalt der Flötengemeinde noch nicht abgedeckt. Seit seinem ersten Seminar im Jahr 2001 in Opfikon-Glattbrugg wird Michael Dinner von Dan Herford, wohnhaft in einem Amsterdamer Vorort, als Kursleiter unterstützt. Seit dem zweiten im vergangenen Jahr ist auch der ungekrönte König der Panflöte, der in Brüssel lebende Damian Luca, mit von der Partie. Beide stammen sie aus Rumänien, einem der Herkunftsländer der Flöte des Hirtengottes.

Dan Herford
Luca, gemäss Michael Dinner "der grösste lebende Panflötist", hat sein "Mundwerk" bei seinem Onkel Fanica Luca erlernt, dem König der Könige gewissermassen, der auch die heutige rumänische Panflöte mit 22 Rohren und einem Klangspektrum über drei Oktaven entwickelt hat. Mitschüler von Damian Luca bei seinem Onkel war jener Rumäne, der in der breiten Öffentlichkeit den klingendsten Namen trägt: Gheorghe Zamfir.

Damian Luca
Erstmals eine Panflöte vor den Mund gekriegt hat Michael Dinner als Zehnjähriger. Dem heute 29-jährigen hatten es die Klänge des damals auch hierzulande äusserst populären Zamfir angetan. Mehr oder weniger autodidaktisch hat er sich das Instrument angeeignet und seine Technik in Kursen bei den rumänischen Meistern verfeinert. Später machte er Bekanntschaft mit dem Franzosen Thierry Tutellier, der in Adlikon ein Atelier als Panflötenbauer führte. Nach dessen Tod 1997 übernahm Dinner das Atelier, baut heute eigene Instrumente aus chinesischem Bambus und führt einen Notenverlag.

Dan Herford
Zur Vielfalt und zu den Saisonhöhepunkten gehören auch die herbstlichen Seminare mit Unterstützung seiner virtuosen Freunde Luca und Herford. Nach einem ersten Sich-kennenlernen beim kalten Buffet am Freitag, das schon fast traditionellerweise im "Löwen" Dielsdorf stattfindet, wird erst mal vorgespielt und daraufhin die Gruppeneinteilung vorgenommen. Am Samstag gibt es Gruppenunterricht und Gelegenheit, mit Unterstützung einzeln zu üben, am Sonntag Vormittag dito und am Nachmittag wird im Ensemble das Schlusskonzert in der Reformierten Kirche vorbereitet.

Gespielt worden ist feurige rumänische Folklore wie gehauchte klassische Musik, im Ensemble wie in Einzelvorträgen der Profis. Unüberhörbar, dass sich die Wanderschaft des Hirten-Nachwuchses nach Rümlang gelohnt hat.
Impressionen
vom Seminar
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MB
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last update 1. November 2008